Norddeutsches Reallabor

Sektorenkopplung

Eine der größten und zugleich dringlichsten Herausforderungen unserer Zeit ist die signifikante Reduzierung der bestehenden Treibhausgas-Emissionen. 87 Prozent der klimaschädlichen Treibhausgase stammen aus der Verbrennung fossiler Energien wie Kohle, Öl und Gas. Sie entstehen nicht nur bei der Erzeugung von Strom, sondern auch bei der Erzeugung von Wärme und Kraftstoffen, die für all unsere Lebens- und Arbeitsbereiche benötigt werden: in Privathaushalten und der Industrie, in Wohngebäuden und am Arbeitsplatz, im Personenverkehr und im Gütertransport.

Mit den Beschlüssen zum Klimaschutzprogramm 2030 hat die Bundesregierung die Eckpfeiler für das Erreichen der Klimaziele geschaffen und den deutschen Beitrag zur weltweiten Begrenzung der Treibhausgas-Emissionen festgelegt. Nun gilt es diese Ziele in konkrete Maßnahmen zu überführen. Bislang hat die dominierende Rolle in der Energiewende die Dekarbonisierung der Stromerzeugung gespielt. Doch die Umstellung auf klimaneutrale Energieträger muss zukünftig auch auf den Wärme- und den Mobilitätssektor sowie auf die Industrie ausgeweitet werden, wenn die Klimaschutzziele erreicht und die Erderwärmung gebremst werden soll.

Die Elektrifizierung möglichst vieler Lebensbereiche ist dafür ein wesentlicher Baustein. Aber nicht in allen Bereichen ist die direkte Nutzung von erneuerbar erzeugtem Strom auf effiziente Weise möglich. Deshalb werden weitere CO2-freie Alternativen zu den derzeit eingesetzten fossilen Energieträgern benötigt. Gasförmige und flüssige Energieträger, die im Industrieland Deutschland bereits heute ein integraler Teil des Energiesystems sind, bieten erhebliche Chancen zur Defossilisierung. Der Einsatz von Wasserstoff wird hier zur wichtigen Schlüsseltechnologie: CO2-freiem Wasserstoff – also „grünem“ Wasserstoff aus Elektrolyseanlagen, die ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien verwenden – kommt für die Einsparung von klimaschädlichen Emissionen eine zentrale Rolle zu.

Vor diesem Hintergrund sollen im Norddeutschen Reallabor effiziente Ansätze einer integrierten Sektorkopplung entwickelt werden, um die ganzheitliche Transformation des Energiesystems zu erproben.

 

Wasserstoff

In ihrem 7. Energieforschungsprogramm hat die Bundesregierung die Reallabore der Energiewende als neues Förderformat etabliert. Sie ermöglichen es, innovative Technologien in der praktischen Anwendung unter realen Bedingungen und im industriellen Maßstab zu testen.

Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hatte im Februar 2019 erstmals einen Ideenwettbewerb für die Reallabore der Energiewende ausgeschrieben. An dem Wettbewerb haben sich 90 Konsortien mit über 500 Partnern aus Industrie und Forschung beteiligt. Am 18. Juli 2019 wurden die Gewinner-Konsortien bekannt gegeben – darunter auch das Norddeutsche Reallabor (NRL).

Das NRL wird mit rund 52 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert. Weitere Fördermittel werden durch das BMDV bereitgestellt. Inklusive dieser Fördermittel beträgt das Investitionsvolumen der beteiligten Partner rund 300 Mio. Euro.

 

Förderprogramm

In ihrem 7. Energieforschungsprogramm hat die Bundesregierung die Reallabore der Energiewende als neues Förderformat etabliert. Sie ermöglichen es, innovative Technologien in der praktischen Anwendung unter realen Bedingungen und im industriellen Maßstab zu testen.

Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hatte im Februar 2019 erstmals einen Ideenwettbewerb für die Reallabore der Energiewende ausgeschrieben. An dem Wettbewerb haben sich 90 Konsortien mit über 500 Partnern aus Industrie und Forschung beteiligt. Am 18. Juli 2019 wurden die Gewinner-Konsortien bekannt gegeben – darunter auch das Norddeutsche Reallabor (NRL).

Das NRL wird mit rund 52 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert. Weitere Fördermittel werden durch das BMDV bereitgestellt. Inklusive dieser Fördermittel beträgt das Investitionsvolumen der beteiligten Partner rund 300 Mio. Euro.