Das NRL auf der Woche der Umwelt in Berlin

Die Woche der Umwelt findet alle vier Jahre statt. Es lädt ein: der Bundespräsident. Dieses Jahr war das Norddeutsche Reallabor dabei. Robert Habeck äußerte sich auf der Veranstaltung zum Thema Wasserstoff.

Das NRL präsentiert sich mit einem großen digitalen Tisch auf der Woche der Umwelt. Foto: Peter Himsel - www.himsel.de.

Autor: Christian Schneider, CC4E/HAW Hamburg, wissenschaftliche Hilfskraft NRL-Kommunikation

Berlin. Am 4. und 5. Juni verwandelte sich der Park des Schloss Bellevue in eine Zelt- und Bühnenstadt. Denn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte gemeinsam mit der Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) zur Woche der Umwelt 2024 geladen – und das Norddeutsche Reallabor war als Aussteller mit einem interaktiven Exponat zur Energiewende im Norden vertreten.

Vor der Kulisse des Amtssitzes des Bundespräsidenten wurde ein facettenreiches zweitägiges Programm und eine große Ausstellung auf rund 4.000 Quadratmetern geboten. Rund 190 Ausstellende aus Wirtschaft und Technik, Forschung und Wissenschaft sowie aus der Zivilgesellschaft waren dazu eingeladen, hier ihre innovativen Lösungen zum Schutz der Umwelt zu präsentieren. Eine hochkarätig besetzte Jury hatte etwa 400 Bewerbungen mittels einer bundesweiten Ausschreibung gesichtet und unter anderem dem NRL den Zuschlag erteilt. Eine gute Möglichkeit für das NRL, politische und öffentliche Sichtbarkeit zu erzielen.

12.000 Gäste auf der Woche der Umwelt

Nach den Worten von DBU-Generalsekretär Alexander Bonde hat die Woche der Umwelt „Mut für Lösungen und Kompromisse beim Umweltschutz“ gemacht. Zum Abschluss der Innovationsschau mit insgesamt rund 12.000 Gästen sagte Bonde: „Das sind Erfolgsrezepte für ein nachhaltiges Wirtschaften und Leben auf eine zukunftsfähige Erde.“ Das Norddeutsche Reallabor präsentierte auf einem Modell mit einer Größe von 4×2 Meter den Norden Deutschlands. Besucher*innen konnten über vier Augmented-Reality-Bildschirme spielerisch erkunden, vor welchen Herausforderungen die Energieversorgung von morgen steht und wie sie zu bewältigen sind. Dabei ging es auch um den Schritt von der Strom- zur richtigen Energiewende und damit die Rolle von Wasserstoff für die Dekarbonisierung aller Verbrauchssektoren. 

Eingeladen zur Woche der Umwelt hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (r.i.B.) gemeinsam mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), hier vertreten durch Generalsekretär Alexander Bonde (l.i.B.). Foto: David Ausserhofer.
Robert Habeck zum Thema Wasserstoff: „Ohne Risiko geht es nicht“

Zum Thema Wasserstoff äußerte sich auch Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck, der die Woche der Umwelt am Dienstag, 4. Juni besuchte. Habeck sagte: Deutschland hat „alle Chancen, zu einem Leitmarkt für Wasserstoff zu werden“. Gleichzeitig warnte er vor einer Vollkaskomentalität, „ohne Prämien zahlen zu wollen. So funktioniert Kapitalismus nicht. Ohne Risiko geht es nicht.“ Man dürfe sich nicht zu lange beim „Henne-Ei-Problem“ aufhalten. „Wir müssen einfach mal aus Eiern ein Omelett machen“, so der Minister. Mit seinem großskaligen Ansatz unterstützt das Norddeutsche Reallabor den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Norddeutschland. 

Habeck äußerte sich auch zum vor wenigen Tagen vom Bundeskabinett beschlossenen Wasserstoffbeschleunigungsgesetz. Dieses sei unabdingbar, „denn alles, was wir machen, müssen wir schneller machen. Wir brauchen ein Kernnetz, ein Autobahn-System des Wasserstoffs.“ Der Minister kündigte Förderbescheide bis Ende Juni an.

Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck äußerte sich auf der Woche der Umwelt zum Wasserstoffbeschleunigungsgesetz. Foto: Peter Himsel - www.himsel.de.
Wasserstoffbedarf bei 100 TWh in 2030

Habeck machte außerdem klar, Deutschland werde bis 2030 einen Bedarf von ungefähr 100 Terawattstunden (TWh) haben. Aktuell liegt dieser Wert bei rund 55 TWh pro Jahr. Habeck: „Wir müssen davon ausgehen, dass davon etwa ein Drittel in Deutschland produziert und bis zu zwei Drittel importiert werden müssen.“ Umso wichtiger sei es, die Importe zu diversifizieren. Bis 2030 will die Bundesregierung zehn Gigawatt Elektrolysekapazität aufbauen.

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